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Unterwegs mit Teddybär und Technik

Unterwegs mit Teddybär und Technik- On the Road with Teddy Bear and Technology
Appeared originally in German Social Studies Magazine Weltwissen May 2008
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Das Thema Ägypten ließe sich sicher am eindrucksvollsten vor Ort vermitteln. Doch mit einer ganzen Grundschulklasse nach Ägypten zu reisen, ist wohl kaum
möglich. Aber es geht auch anders …

Haben Sie sich auch schon mal vorgestellt, mit Ihren Schülerinnen und Schülern eine Weltreise zu unternehmen?
Heutzutage ist das möglich, jedenfalls als mediale Inszenierung. Unsere Grundschule aus Jacksonville in Florida hat eine neue Methode gefunden, um globale Studien auf einer völlig neuen Ebene zu betreiben. Dahinter steckt unsere pädagogische Überzeugung, dass es notwendig ist, unseren Schülerinnen und Schülern die Verflochtenheit aller Länder der Welt vor Augen zu führen. Eine Spende gestattete uns, zwei Lehrerinnen nach Ägypten reisen zu lassen. Die Technologie ermöglichte es uns beiden dort, gemeinsam mit unseren Schülern das Land zu erkunden.

Mit Hilfe von Blogs, Podcasts, Fotos und Videoaufnahmen verwischten wir die Grenze zwischen Drinnen und Draußen und überschritten Raum und Zeit. Absicht war, dass die Kinder lebendige Verbindungen zwischen den beiden Ländern herstellen konnten, statt nur Fakten über Pharaonen, Mumien und Pyramiden zu lernen. Unser Schulmaskottchen, der Teddybär José, sollte uns dabei helfen. Zuerst besuchte der Bär jeden Klassenraum und erzählte von der bevorstehenden Reise nach Ägypten. Die Schülerinnen und Schüler waren gespannt auf die Abenteuer, die José dort erleben würde.

In Ägypten angekommen, wurde alles in Blogs festgehalten und mit Fotos und Video- und Audioclips dokumentiert. Der allabendliche Zugang zum Internet in unseren Hotels war notwendige Voraussetzung für die dauernde Verbindung mit den Kindern in Jacksonville.
Eine Verfolgungsjagd durch Ägypten Die Reisebär-Geschichte entwickelte ein eigenes Leben, als José in Kairo einen Freund fand, das Kamel Omar, mit dem er verschwand. So begann eine Verfolgungsjagd durch Ägypten, die uns nach Abu Simbel, Assuan, Luxor und Sharm el Sheik führte. An jedem dieser Orte hatte der Bär eine Notiz oder eine EMail Nachricht mit vagen Hinweisen auf das nächste Reiseziel hinterlassen. Die Blogbeiträge, die wir nach Hause schickten, berichteten nicht nur von den touristischen Sehenswürdigkeiten, durch die wir Tag für Tag geführt wurden, sondern auch von kulturellen Besonderheiten, die als Ausgangspunkte für den Unterricht geeignet erschienen.

In den 57 Blogs, die wir während der 14 Tage produzierten, ging es also auch um Religion, Essen, Erziehung, Kleidung, Geschichte, Sprache, Gesellschaft. Wir machten mehr als tausend Fotos, Video- und Tonaufnahmen. Mit Hilfe einer kostenlosen Software, die Videotelefonie über das Internet ermöglicht, richteten wir eine Videokonferenz ein und brachten Videoaufnahmen vom Nil direkt in ihre Klassenräume. Sie nutzten die interaktiven Karten bei Google Earth, um die Aufnahmen geographisch einzuordnen. Eine Audiodatei vermittelte ihnen, ebenfalls über das Internet, die Geräusche der Nacht beim nächtlichen Aufstieg auf den Berg Sinai vom Rücken eines Kamels.

Unsere Heimatstadt Jacksonville am Atlantik liegt am St. Johns Fluss, auf demselben Breitengrad wie Kairo. Wir wollten die Ähnlichkeiten auf begreifbare Weise herausstellen, hinterließen Wasser von unserem Fluss und Sand von unseren Stränden in Ägypten und brachten Wasser vom Nil und Sand von den Pyramiden zurück.